Der Bürgerkrieg
1860 wurde Lincoln, Führer der neu gegründeten Republikanischen Partei, ohne die Stimmen der Südstaaten zum neuen Präsidenten gewählt. Ende des Jahres erklärte der Staat South Carolina seinen Austritt aus der Union - in den nächsten Monaten folgten die anderen zehn Sklavenstaaten und schlossen sich als Konföderierte Staaten von Amerika zusammen.
Jefferson Davies wurde ihr Präsident. Mit dem Angriff der Konföderierten auf Fort Sumter im April 1861 begann der Bürgerkrieg, der nach unerbittlich geführten Kämpfen mit der Kapitulation des Südens im April 1865 endete. Als Folge des Bürgerkrieges waren über 600 000 Tote zu beklagen (viele starben an Epidemien) - die Kriegskosten betrugen mehr als 8 Mrd. Dollar. Mit drei Zusatzartikeln zur Verfassung wurde die Sklaverei abgeschafft und die Schwarzen erhielten Bürger- (1868) und Wahlrechte (1870).
Siedlungspolitik
1862 wurde der Homestead Act ein Regierungsprogramm zur Förderung der Siedlung von Einwanderern im Westen, erlassen.
Die Selbstbestimmungsrechte der Indianer wurden nach und nach eingeschränkt - ab 1871 gab es ausgewiesene Reservate in denen die Indianer leben mussten, denn man benötigte ihren Lebensraum als Siedlungsflächen für Weiße. 1880 lebten nur noch etwa 100 000 Indianer in den USA auf Reservaten mit einer Grundfläche von 622 000 Quadratkilometern. vgl. Friedrich, S.9f
Wirtschaftliche Maßnahmen
Die erste transkontinentale Eisenbahn wurde 1869 fertig gestellt. Ermöglicht wurde sie vor allem durch die großzügige Unterstützung des Staates in Form von Landschenkungen an die Eisenbahngesellschaften. In Verruf gerieten die Eisenbahngesellschaften im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts aufgrund ihres ausschließlich an Gewinnen orientierten Geschäftsgebarens, das zu einer Vernachlässigung von Komfort und Sicherheit geführt hatte.

Nach einer Wirtschaftspanik im Jahre 1873 folgte eine Phase wirtschaftlicher Depression bis 1879. Nach dem Abzug der Bundestruppen im Jahre 1876 etablierte sich in den Südstaaten eine rigorose Rassentrennung und die alten politischen Eliten kehrten in ihre Positionen zurück. Im Norden dagegen erfolgte eine Phase der Industrialisierung, die sich durch eine starke Kapitalisierung der Wirtschaft und einen großen Bedarf an Arbeitskräften auszeichnete. Die große Zahl europäischer Einwanderer kam in den 1880er Jahren gerade recht, um den enormen Arbeitskräftebedarf zu decken.

Zum Schutz gegen billige ungelernte Einwanderer wurde 1886 die American Federation of Labor (AFL) gegründet, die für eine Erhaltung der hohen Löhne eintrat. Trotz Gewerkschaftsgründungen und Arbeitskämpfen kam es in der Zeit zwischen 1890 und 1914 aufgrund von Wirtschaftsdepressionen zu Reallohnsenkungen.

1893/94 sorgte eine Wirtschaftskrise für unzählige Konkurse: Banken waren zahlungsunfähig, Eisenbahngesellschaften wurden abgewickelt, die Preise für Farmen stürzten ab und rund 20% der gesamten Industriebeschäftigten (mehr als 2 Millionen Arbeiter) verloren ihre Arbeitsplätze. vgl. Sautter, S.284f

Ende des 19. Jahrhunderts begann ein verstärkter Flottenausbau, durch den die USA zur Jahrhundertwende bereits zur drittgrößten Seemacht wurden. Das amerikanische Nationalbewusstsein war erstarkt und angelsächsische Überlegenheitsvorstellungen dienten als Rechtfertigung für einen amerikanischen Imperialismus. vgl. Sautter, S.311f

1898 brachte der vier Monate dauernde spanisch-amerikanische Krieg um Kuba das Ende Spaniens als Kolonialmacht und den Aufstieg der USA zur Weltmacht. Adams/Lösche, S.99
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