Siedlungsräume deutscher Einwanderer in den USA
Im 18. Jahrhundert hatten Deutsche zunächst in den mittelatlantischen Kolonien gesiedelt. Im 19. Jahrhundert weitete sich der Ansiedlungsraum immer weiter aus: Der sog. German Belt zog sich von Connecticut, New York, New Jersey, Delaware und Maryland durch Pennsylvania nach Ohio, Indiana, Illinois und Wisconsin mit Ausläufern in Michigan, Minnesota, Iowa, South Dakota, Nebraska, Kansas, Missouri und Arkansas. Weitere Siedlungsschwerpunkte waren Louisiana, Texas, Colorado, Kalifornien und Washington State.
Im 20. Jahrhundert hatten sich deutsche Einwanderer in alle Staaten der USA ausgebreitet. vgl. Moltmann in Trommler, S.45
Bei der Wahl der Zielregion folgten viele Migranten bereits ausgewanderten Verwandten, Freunden oder Bekannten nach, wodurch es zur Konzentration deutscher Einwanderer in bestimmten Städten und Regionen kam.
Bis in die 1860er Jahre kamen die meisten deutschen Einwanderer in die USA, um Land zu kaufen und eine eigene Farm zu bewirtschaften. Viele Migranten mussten jedoch die Erfahrung machen, dass auch in den USA der Weg zum eigenen Hof schwierig, wenn nicht unmöglich war. Häufig blieben deutsche Einwanderer in den entstehenden städtischen Zentren von Cincinnati, St. Louis, Chicago und Milwaukee mit der Absicht, zunächst einen finanziellen Grundstock für die Selbständigkeit als Farmer zu schaffen. vgl. Conzen in Adams (1980), S.76f
"Der Traum von der freien kleinbäuerlichen Siedlung auf Regierungsland im amerikanischen Westen hatte den ungeschriebenen harten Grenzen der Frontier ohnehin nur sehr bedingt entsprochen und trug vielfach schon in den späten 1880er Jahren Züge einer agrarromantischen Sozialutopie." Bade (2002), S.150
Durch die Veränderung der Erwerbsstrukturen in den USA trat zunehmend die sog. Arbeitsmigration als Einwanderungsmuster hervor: Arbeiter wanderten in die städtisch-industriellen Gebiete und gingen dort ungelernten Beschäftigungen im Industrie- und Dienstleistungsbereich nach.
Die Einwanderung hat sowohl die Bevölkerungszahl als auch die Leistungsfähigkeit der USA beeinflusst. Möglich wurde das enorme Wirtschaftswachstum durch eine stark motivierte und gut ausgebildete junge Bevölkerung sowie durch ein politisches System, das persönliches Gewinnstreben und Fortschrittsglauben unterstützte. vgl. Elschenbroich, S.50